Anarchismus ist alternativlos

Die parlamentarische Demokratie erweist sich gegenüber den Herausforderungen der Moderne als handlungsunfähig. Aber es gibt eine Alternative. Eine Alternative sowohl auf politischer, als auch auf wirtschaftlicher Basis. Den Anarchismus! Wie der Anarchismus unsere globalen und gesellschaftlichen Probleme lösen kann und warum er alternativlos ist, darum geht es in dieser Serie.

Heute: der anthropogene Klimawandel

Der anthropogene (menschengemachte) Klimawandel äußert sich in einer durchschnittlich ansteigenden Durchschnittstemperatur. Die Erhörung der Durchschnittstemperatur, seit der industriellen Revolution, verläuft dabei deutlich schneller, als es in den bekannten Erwärmungsphasen der letzten 65 Millionen Jahre der Fall war. Schuld daran ist vor allem das Kohlendioxid (CO2), welches Hauptverursacher, für den menschlichen Einfluss auf den Treibhauseffekt ist.
Die Menschheit erzeugt CO2 vor allem durch Tierhaltung, Verbrennung von fossilen Rohstoffen, sowie der Rodung der Wälder und es wird jedes Jahr mehr. Die Politik hat das Problem inzwischen erkannt, doch nachhaltige Lösungen sind in weiter ferne, scheinen gar unereichbar. Das liegt nicht zuletzt daran, dass das Wirtschaftswachstum Hauptverursacher für die jährlich steigenden CO2-Emissionen ist. Wirtschaftswachstum ist allerdings integraler Bestandteil der kapitalistischen Wirtschaftsweise und schon allein deshalb Notwendig, um den Wohlstand zu halten, da es die Inflationsrate der Währung ausgleichen muss. Für Politiker und Ökonomen ist dieser Zustand unantastbar. Das Ressourcen endlich sind, das gilt auch für erneuerbare Energien1, spielt dabei für sie keine Rolle. Auch an der Tierhaltung soll nichts verändert werden. Im Gegenteil: die EU will 15 Millionen Euro für eine Kampagne ausgeben, um für mehr Fleischkonsum zu werben (Stand: 11.10.2016). Auch ein Stop der Abholzung der Wälder, vor allem der Tropen, ist für sie auch keine Option, da dies für das Wirtschaftswachstum, vor allem für Futtermittel verwendet in der Tierhaltung, unabdingbar ist. Einzige Ansatzpunkte sind erneuerbare Energien und Elektromobilität. Der Umstieg auf die erneuerbaren Energien fungiert dabei nur als Augenwischerei. Zur Überbrückung der Atomkraft, zu erneuerbaren Energien, soll dabei vermehrt auf Kohlekraftwerke gesetzt werden. Leider erzeugen diese besonders viel CO2. Weitere Maßnahmen, wie die Einstellung der Fördermittel für Unternehmen der Solarbranche, oder die Einstufung in „energieintensive Unternehmen“ (Massentierhaltung, Aluminiumerzeugung etc. bekommen Strom günstiger), spricht wohl für sich. Auf dem Gebiet der Elektromobilität tut sich sogar noch weniger, ja nahezu gar nichts. Und selbst wenn hier was passieren würde, was würde es nützen, solange der Strom aus Kohlekraftwerken kommt? Die Politik scheint ihrer Aufgabe nicht gewachsen und die kapitalistische Wirtschaft wird diese Probleme nicht lösen, da die kapitalistisch-ökonomische Logik es verlangt, immer höhere Gewinne zu erzielen, dabei ist das Wachstum Mittel zum Zweck. Wachstumszwang, Gewinnmaximierung und Lobbyismus, sprich die Marktlogik verhindern ein effektives Handeln der Politik.

Die Alternative:
Der Anarchismus setzt der kapitalistischen Ökonomie als Alternative die Solidarökonomie entgegen. Die Solidarökonomie oder solidarische Ökonomie richtet sich allein nach den Bedürfnissen der Menschen. Wichtig ist hierbei zu verstehen, dass der Kapitalismus, um wirtschaftlich zu wachsen, immer neue Bedürfnisse erzeugen muss, beispielsweise durch kurze Produktlebenszyklen oder durch Werbung. Im Anarchismus gibt es außerdem kein Währungssystem, das auf Zins und Zinseszinsen beruht. Deshalb gibt es keine Inflation und somit ist auch kein Wirtschaftswachstum von Nöten. Wenn die Wirtschaft nicht wächst, steigen auch nicht die wirtschaftlich verursachten CO2-Emissionen. Das ist schon mehr als die parlamentarische Demokratie und der Kapitalismus seit Bekanntwerden der Klimaproblematik, erreicht haben. Da sich aber die Solidarökonomie einzig an den reellen Bedürfnissen der Menschheit orientiert, wozu auch eine intakte Umwelt gehört, kann sie ihre Kapazität auf eine nachhaltige Wirtschaftsweise, dass heißt auf das Einsparen von Energie, sowie auf die Umstellung auf erneuerbare Energien ausrichten. Ich will hier auch nicht Unerwähnt lassen, dass durch die Fokussierung auf langlebige Produktlebenszyklen, sowie das Wegfallen überflüssiger Industriezweige und Arbeitsfelder wie die Rüstungsindustrie, Armee oder den Staatsaperrat, sowie durch das Ersetzen des Individualverkehrs durch öffentliche Verkehrsmittel und Gemeinschaftsfahrzeuge, enorme Kapazitäten frei werden. Letzteres würde auch die Umstellung auf Elektromobilität oder Wasserstofffahrzeuge erheblich erleichtern. Auch Entwicklung und Forschung können sich auf effektive Lösungen konzentrieren, statt ständig neue Nachfolgeprodukte, welche keinen nennenswerten Fortschritt bieten zu entwickeln.
Außerdem wird in der Solidarökonomie, im Gegensatz zur kapitalistischen Ökonomie, regional Produziert. In- und Export machen nur dann Sinn, wenn die Produkte oder Rohstoffe, vor Ort nicht selbst erzeugt werden können. Das spart erhebliche Transportwege.
Des Weiteren ist es Ziel des Anarchismus alle Herrschafts- und Ausbeutungsmechanismen zu dekonstruieren. Das bedeutet auch die Abschaffung der Tierhaltung2. Dadurch werden viel weniger Ackerflächen benötigt und die Wälder, insbesondere die Tropenwälder, können wieder aufgeforstet werden.
Wir haben also ein erstes Indiz, dass Anarchismus alternativlos ist!
Und weitere werden Folgen.

1 Photovoltaikanlagen und Windräder benötigen Platz, Platz ist allerdings begrenzt
2Die Nutztierhaltung vernichtet mehr Lebensmittel als sie erzeugt